Bis Ostersonntag täglich ein Kapitel lesen

Bis Ostern lesen wir das komplette Johannesevangelium – wenn möglich als Gruppe. Ein Impuls zur Mittagszeit und ein Psalm vor dem Schlafengehen geben den Rahmen.

Am Morgen ein Kapitel aus dem Johannesevangelium

Innehalten, bevor du dein Smartphone einschaltest

Ein Kurzimpuls über Mittag

Schriftlich auf dieser Seite oder per Video in einem Gruppenchat

Am Abend zur Ruhe kommen und einen Psalm beten

Die Psalmen sind lose mit dem Thema des Johannes-Textes verknüpft

Bibelleseplan (PDF)

Joel Bänziger
Regionalleiter der VBG in Zürich

Donnerstag 2. April: Johannes 11

Wie im Wilden Westen. WANTED, dead or alive: JESUS!

Alle wollen Jesus, nur mit unterschiedlichen Absichten. Die einen wollen ihn hören und sehen als Lehrer und Wundertäter. Die anderen wollen ihn töten. Einige glauben an ihn. Das ganze liest sich fast wie ein Krimi. Es geht um Leben und Tod. Allerdings gewissermassen umgekehrt. Lazarus wird vom Tod zum Leben auferweckt. Die Ereignisse um Lazarus sind eine direkte Vorschau zu den Ereignissen von Karfreitag und Ostern.

«Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt» (aus Vers 25). Glaubst du das? Wirklich zeigen wird sich das besonders dort, wo es um Leben und Tod geht. Jesus lässt uns nicht vage hoffen. Wir dürfen uns daran festhalten, dass die Auferstehung Realität war, ist und sein wird. Auch wir können auf die Frage von Jesus «Glaubst du das?» mit «Ja, Herr!» antworten (aus den Versen 26 & 27).

Welche Absicht steckt bei dir hinter dem «WANTED: JESUS»?

Raphael Ammann
Grafik und Design für die VBG

Mittwoch 1. April: Johannes 10

Bleib zuhause! Wasche deine Hände! Mundschutz bringt sowieso nichts! Deine Freunde darfst du nicht mehr treffen!

Viele Stimmen bombardieren uns momentan im Sekundentakt. Wo soll ich da noch hinhören? Wie unterscheide ich fundierte Information von hysterischem Schreien nach Aufmerksamkeit? Intuitiv höre ich auf mir persönlich bekannte Stimmen. Vertrauen schenke ich Experten. Einzeiler-Weisheiten auf zufällig platzierten Kitsch-Bildern können mir gestohlen bleiben.

Wenn Jesus sagt, er sei der gute Hirte, ist dies eine radikale Aussage. Radikal deshalb, weil er behauptet, seine Schafe erkennen seine Stimme. Weil er behauptet, all seine Schafe persönlich beim Namen zu kennen und weil er die Stimme ist, die selbstlos jedem einzelnen Schaf nachgeht.

Jesus ist der Experte sowohl dieser Schöpfung, wie auch von mir ganz persönlich. Er ist wahrer Freund, der mich zum Dialog einlädt. Und er ist selbstlos. Er hat alles für mich gegeben. Das ist die Stimme, auf die ich im Sekundentakt hören möchte.

Remi Tobler
Leiterin Internationale Studierende der VBG

Dienstag 31. März: Johannes 9

In today’s passage we see how Jesus changed the life of the blind man by restoring his sight. This created an amazing opportunity for him to say what the Lord has done for him.

You may think this does not relate to me, when I am stuck in the house. Think again! I challenge you to take time each day to reflect on the new ways you are challenged and encouraged as you encounter Jesus in this unusual time. Think on how you are experiencing God‘s grace and forgiveness. Think on how your hope is renewed each day. There are people who are fearful and anxious at this difficult time. Be a source of light, hope and encouragement to them and share how knowing Jesus helps and sustains you.

In John 9:5 Jesus said, «As long as I am in the world, I am the light of the world.» Jesus is saying the same of us now, we are His light of the world. Take the changes, challenges and the growth as an opportunity to share the good work Jesus is doing in you, take it to encourage, support and build others up in this challenging time, even if only by technology.

André Tapernoux
Freier Mitarbeiter der VBG für LINK
(Osteuropa)

Montag 30. März: Johannes 8

Unverschämt! René hat mir vorgeworfen, dass ich stolz sei. Dabei stimmt es doch nicht, ich weiss es halt nur ein bisschen besser als er. Oder, anders gesagt, wir haben manchmal Meinungsverschiedenheiten. René soll sich doch besser um Monika kümmern, die jetzt in kurzer Zeit schon ihren dritten Freund hat, und diesen dann erst noch betrügt. So was von unmoralisch!

Aber jetzt habe ich in der Kirche gehört, dass Stolz eine Sünde sei – unglaublich! Das verunsichert mich, ich sollte das mal überdenken.

Jesus hat mir zugesagt, dass ich von der Sünde frei werden kann (Johannes 8, 38) – einfach unfassbar!

Elizabeth Haab
Freie Mitarbeiterin der VBG in Zürich
(Internationale Studierende)

Sonntag 29. März: Johannes 7

Immer wieder in diesem Kapitel lesen wir von den Verwirrungen um Jesus. «Wie kann er denn der Messias sein?» Er kommt ja von Galiläa, nicht von Bethlehem. Wir wissen ja wo er herkommt, niemand wird wissen wo der Messias herkommt… Alle ziehen irgendwelche Schlüsse über diesen mysteriösen Mann, ohne ihm zuzuhören, obwohl er immer wieder ihre Vermutungen beantwortet. Ganz am Schluss bringt Nikodemus es auf den Punkt, indem er die Hohen Priester und Pharisäer mahnt: Verurteilt unser Gesetz jemand, ohne dass es ihn zuerst verhört?

Und doch, wie oft verurteilen wir? Unsere Mitmenschen, Familien, WG-Kollegen, vielleicht auch Jesus selbst. Vor allem jetzt, in Corona-Zeiten, ist es sehr einfach aus eigenem Frust andere zu verurteilen. Dies ist heute auch meine Herausforderung an dich: Höre jemandem zu. Versuche aus seiner / ihrer Perspektive zu hören und verstehen, ohne zu verurteilen. Übrigens: Dieser Jemand kann auch Jesus sein.

Tiziana Kaufmann
Freie Mitarbeiterin der VBG in Bern

Samstag 28. März: Johannes 6

«Bleiben Sie Zuhause!» Das ist der Satz, über den im Moment in meinem Umfeld am meisten diskutiert und ausgelegt wird: Die einen wollen ihn ganz wörtlich verstehen, die anderen etwas mehr kontextualisieren. Schliesslich muss man den einzelnen Menschen im Blick haben und es soll lebensförderlich bleiben. Doch eigentlich ist die Aussage klar, sollte man also nicht daran festhalten?

Im 6. Kapitel des Johannesevangeliums lesen wir, dass die Menschen zu streiten begannen. Man ist sich uneins, wie das zu verstehen ist, wenn Jesus sagt: «Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können.»

Ich kann nachvollziehen, dass die Menschen darüber reden wollen. Wenn uns schon ein solch simpler Satz wie «Bleiben Sie Zuhause!» so viel zu diskutieren gibt, dann gibt Jesu Aussage doch erst recht etwas zu besprechen? Ja, aber nur, wenn die Sätze eines gemeinsam haben: Sie betreffen die Zuhörerinnen existentiell und haben einen Einfluss auf ihr Verhalten, ihr Leben.

Judith Burkhardt
Freie Mitarbeiterin der VBG in Luzern

Freitag 27. März: Johannes 5

Ein Mann erlebt, wie Jesus’ Kraft in seinem Leben Wirklichkeit wird – er wird nach 38 Jahren geheilt. Wie häufig wünsche ich mir auch ein solches Wunder und Zeichen in meinem Leben – ich denke mir: DANN wäre es einfacher zu glauben.

Doch selbst die Leute, die die Speisung der 5000 miterleben, wollen von Jesus noch einmal ein Wunder sehen, bevor sie ihm glauben. Jesus konfrontiert sie damit und sagt: Was ihr braucht, ist nicht ein weiteres Zeichen und Wunder, sondern mich. Ich bin das Brot des Lebens, das satt macht. Die Begegnung mit Jesus und sein Geist, den er uns gibt, macht lebendig – nicht seine Wunder.
Und dieses Brot des Lebens hat auch mich schon satt gemacht.

Ich glaube – nebst anderen Dingen – ist es wichtig, dass wir nicht vergessen, wie Jesus’ Kraft in unserem Leben Wirklichkeit wurde oder zu hören, wie er im Leben anderer wirkt. Unser Zeugnis hat Kraft und es ermutigt, zu hören, dass Gott im Leben von Menschen wirkt.
Wo kannst du in diesen Tagen ein Zeugnis geben, von dem, was Jesus in deinem Leben bewirkt hat?

Mimi Grauli
Regionalleiterin der VBG in Zürich

Donnerstag 26. März: Johannes 4

Es ist Mittag – es ist heiss. Jesus sitzt am Brunnen. Er wartet auf eine Frau, die allein Wasser holen kommt. Eine Frau allein? Eigentlich kommen die Frauen doch früh in Gruppen, um Wasser für den Tag zu holen. Sie reden miteinander, teilen Leben und fliehen aus dem Familientrott. Nicht diese Frau. Sie kommt allein – sie ist allein. Keine Freundinnen, keinen Mann, der bleibt und sie liebt, wie sie ist.

Dann sitzt da Jesus, der auf sie zugeht, sie um Hilfe bittet, Provokationen ausweicht und von ihrem Lebensstil nicht überrascht zu sein scheint. Er nimmt sie wahr! Er sieht sie! Mehr noch: Er gibt sich ihr offen zu erkennen. ICH BIN der Messias. Der, der deinen Durst sieht und stillen möchte. Du musst nichts verstecken und nicht allein sein. Und dann kommt die Freude, die Angst übersteigt und Grenzen sprengt. Jesus schenkt Freude.

Wir sitzen gerade auch zu Hause und sind mit uns allein. Wir gehen allein raus – allein zum Brunnen. Lasst uns trotzdem SEINE Freude weitergeben – ER weiss wie!

Lukas Wellauer
Regionalleiter der VBG in Bern

Mittwoch 25. März: Johannes 3

Im heutigen Kapitel hat mich ein Vers ganz besonders angesprochen. Es ist Vers 21: «Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Taten sichtbar werden, weil sie in Gott getan sind.»

Dass die Wahrheit ein wertvolles Gut ist, merken wir in der aktuellen Krisensituation ganz besonders. Wir brauchen verlässliche und belastbare Grundlagen für unsere Entscheidungen. Dies gilt aber auch ganz grundsätzlich für unser Leben mit seinen kleinen und grossen Entscheidungen. Wahrheit ist lebensnotwendig.

Was heisst es nun aber die Wahrheit zu TUN, wie es im Ves 21 heisst? Für mich verkörpert Jesus mit seinem Leben und in seiner Verkündigung das perfekte Beispiel, was Wahrheit im biblischen Sinne bedeutet – Verlässlichkeit, Treue und Wahrhaftigkeit. Und so verstehe ich auch die Aufforderung, Wahrheit zu tun. In unserem Denken, Reden und Tun soll sich diese Wahrhaftigkeit, die Treue und Verlässlichkeit von Jesus wiederspiegeln und sichtbar werden.

Lea Blaser
Regionalleiterin der VBG in Basel

Dienstag 24. März: Johannes 2

Die Mutter von Jesus SIEHT die drohende Peinlichkeit der Hochzeitsfamilie, die beim Ausgehen des Weins für sie entsteht. Sie SIEHT die Not und wendet sich an Jesus. Von ihm erhofft sie sich Hilfe, auch wenn er sie erst zurückzuweisen scheint. Sie VERTRAUT weiter auf ihn, auch wenn sie keine Garantie von Jesus bekommen hat, dass er eingreifen wird.

Jesus, Gott selbst, kam als Mensch in diese Welt, um für die ganze Welt den Weg zu Gott freizumachen. Eine weltbewegende Aufgabe! Und dann erweist er zum ersten Mal seine Macht, um einer Familie eine Peinlichkeit zu ersparen. Und Lebensfreude zu geniessen. Jesus kümmert sich offenbar auch um unsere ganz persönlichen Anliegen. Er ist sich nicht zu schade, hier zu handeln. Auch wenn es doch eigentlich so viel Wichtigeres gäbe. Wo SIEHST du Leute mit Sorgen, Schwierigkeiten? Vielleicht nicht so weltbewegende, aber doch persönliche Anliegen? Bitte Jesus um Hilfe und «stell deine Krüge bereit». Und überlass es nachher Jesus, wann und wo er eingreifen wird. Insbesondere dort, wo du nicht kannst.

Heike Breitenstein
Regionalleiterin der VBG in Fribourg

Montag 23. März: Johannes 1

Schon mal Jesus beim Camping zugeschaut? Wie er sein Zelt aufbaut und sich auf dem Campingplatz einrichtet? Davon lesen wir in Johannes 1,14: «Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.» Man könnte auch übersetzen: Das Wort «zeltete» unter uns.

In Corona-Zeiten, wo uns Nähe und Camping-Ausflüge mit Freunden fehlen, da gilt: Jesus hat sein Zelt bei dir aufgeschlagen. Er ist dein Mitbewohner! Und er ist gegenwärtig in den Wohnungen und WGs unserer Nachbarn, Freunde und Familien. Manche von ihnen sind skeptisch gegenüber dem christlichen Glauben. Wie Nathanael, der sich denkt: «Was will dieser Mann aus Nazareth von mir?» Aber er merkt: «Wow, Jesus kennt meinen Namen und weiss alles über mich.» Lange bevor Nathanael das erkannte, hat Jesus sein Zelt bei ihm schon aufgebaut.

Ich lade dich ein, heute für einen skeptischen Nathanael in deinem Umfeld zu beten: Dass er sieht, dass Jesus ihn kennt und liebt. Dass er sein Zelt bei ihm oder ihr schon aufgeschlagen hat und gerade in diesen Wochen sein Mitbewohner ist.

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«Wir schweigen am frühen Morgen des Tages, weil Gott das erste Wort haben soll und wir schweigen vor dem Schlafengehen, weil Gott auch das letzte Wort gehört.» So schreibt es Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch «Gemeinsames Leben». Diese Tagesstruktur wollen wir in den 21 Tagen bis Ostern einüben. Sie soll uns helfen, in der aktuellen, aussergewöhnlichen Situation Gott zu suchen. Denn Wüstenzeiten sind immer auch eine Chance, sich auf das Wesentlich zu besinnen.