In 21 Tagen durch das Johannesevangelium

Wegen der Corona-Krise konnten sich im März und April keine VBG-Gruppen mehr physisch treffen. So entstand die «Johannes-Challenge», eine Initiative, die dazu ermutigte, in 21 Tagen durch das komplette Johannesevangelium zu lesen – mit Abschluss am Ostersonntag. Ein Impuls zur Mittagszeit und ein Psalm vor dem Schlafengehen gaben einen zusätzlichen Rahmen.

Am Morgen ein Kapitel aus dem Johannesevangelium

Innehalten, bevor du dein Smartphone einschaltest

Ein Kurzimpuls über Mittag

Schriftlich auf dieser Seite oder per Video in einem Gruppenchat

Am Abend zur Ruhe kommen und einen Psalm beten

Die Psalmen sind lose mit dem Thema des Johannes-Textes verknüpft

Bibelleseplan (PDF)

Tagesimpulse

Heike Breitenstein
Regionalleiterin der VBG in Fribourg

Montag 23. März: Johannes 1

Schon mal Jesus beim Camping zugeschaut? Wie er sein Zelt aufbaut und sich auf dem Campingplatz einrichtet? Davon lesen wir in Johannes 1,14: «Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.» Man könnte auch übersetzen: Das Wort «zeltete» unter uns.

In Corona-Zeiten, wo uns Nähe und Camping-Ausflüge mit Freunden fehlen, da gilt: Jesus hat sein Zelt bei dir aufgeschlagen. Er ist dein Mitbewohner! Und er ist gegenwärtig in den Wohnungen und WGs unserer Nachbarn, Freunde und Familien. Manche von ihnen sind skeptisch gegenüber dem christlichen Glauben. Wie Nathanael, der sich denkt: «Was will dieser Mann aus Nazareth von mir?» Aber er merkt: «Wow, Jesus kennt meinen Namen und weiss alles über mich.» Lange bevor Nathanael das erkannte, hat Jesus sein Zelt bei ihm schon aufgebaut.

Ich lade dich ein, heute für einen skeptischen Nathanael in deinem Umfeld zu beten: Dass er sieht, dass Jesus ihn kennt und liebt. Dass er sein Zelt bei ihm oder ihr schon aufgeschlagen hat und gerade in diesen Wochen sein Mitbewohner ist.

Lea Blaser
Regionalleiterin der VBG in Basel

Dienstag 24. März: Johannes 2

Die Mutter von Jesus SIEHT die drohende Peinlichkeit der Hochzeitsfamilie, die beim Ausgehen des Weins für sie entsteht. Sie SIEHT die Not und wendet sich an Jesus. Von ihm erhofft sie sich Hilfe, auch wenn er sie erst zurückzuweisen scheint. Sie VERTRAUT weiter auf ihn, auch wenn sie keine Garantie von Jesus bekommen hat, dass er eingreifen wird.

Jesus, Gott selbst, kam als Mensch in diese Welt, um für die ganze Welt den Weg zu Gott freizumachen. Eine weltbewegende Aufgabe! Und dann erweist er zum ersten Mal seine Macht, um einer Familie eine Peinlichkeit zu ersparen. Und Lebensfreude zu geniessen. Jesus kümmert sich offenbar auch um unsere ganz persönlichen Anliegen. Er ist sich nicht zu schade, hier zu handeln. Auch wenn es doch eigentlich so viel Wichtigeres gäbe. Wo SIEHST du Leute mit Sorgen, Schwierigkeiten? Vielleicht nicht so weltbewegende, aber doch persönliche Anliegen? Bitte Jesus um Hilfe und «stell deine Krüge bereit». Und überlass es nachher Jesus, wann und wo er eingreifen wird. Insbesondere dort, wo du nicht kannst.

Lukas Wellauer
Regionalleiter der VBG in Bern

Mittwoch 25. März: Johannes 3

Im heutigen Kapitel hat mich ein Vers ganz besonders angesprochen. Es ist Vers 21: «Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Taten sichtbar werden, weil sie in Gott getan sind.»

Dass die Wahrheit ein wertvolles Gut ist, merken wir in der aktuellen Krisensituation ganz besonders. Wir brauchen verlässliche und belastbare Grundlagen für unsere Entscheidungen. Dies gilt aber auch ganz grundsätzlich für unser Leben mit seinen kleinen und grossen Entscheidungen. Wahrheit ist lebensnotwendig.

Was heisst es nun aber die Wahrheit zu TUN, wie es im Ves 21 heisst? Für mich verkörpert Jesus mit seinem Leben und in seiner Verkündigung das perfekte Beispiel, was Wahrheit im biblischen Sinne bedeutet – Verlässlichkeit, Treue und Wahrhaftigkeit. Und so verstehe ich auch die Aufforderung, Wahrheit zu tun. In unserem Denken, Reden und Tun soll sich diese Wahrhaftigkeit, die Treue und Verlässlichkeit von Jesus wiederspiegeln und sichtbar werden.

Mimi Grauli
Regionalleiterin der VBG in Zürich

Donnerstag 26. März: Johannes 4

Es ist Mittag – es ist heiss. Jesus sitzt am Brunnen. Er wartet auf eine Frau, die allein Wasser holen kommt. Eine Frau allein? Eigentlich kommen die Frauen doch früh in Gruppen, um Wasser für den Tag zu holen. Sie reden miteinander, teilen Leben und fliehen aus dem Familientrott. Nicht diese Frau. Sie kommt allein – sie ist allein. Keine Freundinnen, keinen Mann, der bleibt und sie liebt, wie sie ist.

Dann sitzt da Jesus, der auf sie zugeht, sie um Hilfe bittet, Provokationen ausweicht und von ihrem Lebensstil nicht überrascht zu sein scheint. Er nimmt sie wahr! Er sieht sie! Mehr noch: Er gibt sich ihr offen zu erkennen. ICH BIN der Messias. Der, der deinen Durst sieht und stillen möchte. Du musst nichts verstecken und nicht allein sein. Und dann kommt die Freude, die Angst übersteigt und Grenzen sprengt. Jesus schenkt Freude.

Wir sitzen gerade auch zu Hause und sind mit uns allein. Wir gehen allein raus – allein zum Brunnen. Lasst uns trotzdem SEINE Freude weitergeben – ER weiss wie!

Judith Burkhardt
Freie Mitarbeiterin der VBG in Luzern

Freitag 27. März: Johannes 5

Ein Mann erlebt, wie Jesus’ Kraft in seinem Leben Wirklichkeit wird – er wird nach 38 Jahren geheilt. Wie häufig wünsche ich mir auch ein solches Wunder und Zeichen in meinem Leben – ich denke mir: DANN wäre es einfacher zu glauben.

Doch selbst die Leute, die die Speisung der 5000 miterleben, wollen von Jesus noch einmal ein Wunder sehen, bevor sie ihm glauben. Jesus konfrontiert sie damit und sagt: Was ihr braucht, ist nicht ein weiteres Zeichen und Wunder, sondern mich. Ich bin das Brot des Lebens, das satt macht. Die Begegnung mit Jesus und sein Geist, den er uns gibt, macht lebendig – nicht seine Wunder.
Und dieses Brot des Lebens hat auch mich schon satt gemacht.

Ich glaube – nebst anderen Dingen – ist es wichtig, dass wir nicht vergessen, wie Jesus’ Kraft in unserem Leben Wirklichkeit wurde oder zu hören, wie er im Leben anderer wirkt. Unser Zeugnis hat Kraft und es ermutigt, zu hören, dass Gott im Leben von Menschen wirkt.
Wo kannst du in diesen Tagen ein Zeugnis geben, von dem, was Jesus in deinem Leben bewirkt hat?

Tiziana Kaufmann
Freie Mitarbeiterin der VBG in Bern

Samstag 28. März: Johannes 6

«Bleiben Sie Zuhause!» Das ist der Satz, über den im Moment in meinem Umfeld am meisten diskutiert und ausgelegt wird: Die einen wollen ihn ganz wörtlich verstehen, die anderen etwas mehr kontextualisieren. Schliesslich muss man den einzelnen Menschen im Blick haben und es soll lebensförderlich bleiben. Doch eigentlich ist die Aussage klar, sollte man also nicht daran festhalten?

Im 6. Kapitel des Johannesevangeliums lesen wir, dass die Menschen zu streiten begannen. Man ist sich uneins, wie das zu verstehen ist, wenn Jesus sagt: «Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können.»

Ich kann nachvollziehen, dass die Menschen darüber reden wollen. Wenn uns schon ein solch simpler Satz wie «Bleiben Sie Zuhause!» so viel zu diskutieren gibt, dann gibt Jesu Aussage doch erst recht etwas zu besprechen? Ja, aber nur, wenn die Sätze eines gemeinsam haben: Sie betreffen die Zuhörerinnen existentiell und haben einen Einfluss auf ihr Verhalten, ihr Leben.

Elizabeth Haab
Freie Mitarbeiterin der VBG in Zürich
(Internationale Studierende)

Sonntag 29. März: Johannes 7

Immer wieder in diesem Kapitel lesen wir von den Verwirrungen um Jesus. «Wie kann er denn der Messias sein?» Er kommt ja von Galiläa, nicht von Bethlehem. Wir wissen ja wo er herkommt, niemand wird wissen wo der Messias herkommt… Alle ziehen irgendwelche Schlüsse über diesen mysteriösen Mann, ohne ihm zuzuhören, obwohl er immer wieder ihre Vermutungen beantwortet. Ganz am Schluss bringt Nikodemus es auf den Punkt, indem er die Hohen Priester und Pharisäer mahnt: Verurteilt unser Gesetz jemand, ohne dass es ihn zuerst verhört?

Und doch, wie oft verurteilen wir? Unsere Mitmenschen, Familien, WG-Kollegen, vielleicht auch Jesus selbst. Vor allem jetzt, in Corona-Zeiten, ist es sehr einfach aus eigenem Frust andere zu verurteilen. Dies ist heute auch meine Herausforderung an dich: Höre jemandem zu. Versuche aus seiner / ihrer Perspektive zu hören und verstehen, ohne zu verurteilen. Übrigens: Dieser Jemand kann auch Jesus sein.

André Tapernoux
Freier Mitarbeiter der VBG für LINK
(Osteuropa)

Montag 30. März: Johannes 8

Unverschämt! René hat mir vorgeworfen, dass ich stolz sei. Dabei stimmt es doch nicht, ich weiss es halt nur ein bisschen besser als er. Oder, anders gesagt, wir haben manchmal Meinungsverschiedenheiten. René soll sich doch besser um Monika kümmern, die jetzt in kurzer Zeit schon ihren dritten Freund hat, und diesen dann erst noch betrügt. So was von unmoralisch!

Aber jetzt habe ich in der Kirche gehört, dass Stolz eine Sünde sei – unglaublich! Das verunsichert mich, ich sollte das mal überdenken.

Jesus hat mir zugesagt, dass ich von der Sünde frei werden kann (Johannes 8, 38) – einfach unfassbar!

Remi Tobler
Leiterin Internationale Studierende der VBG

Dienstag 31. März: Johannes 9

In today’s passage we see how Jesus changed the life of the blind man by restoring his sight. This created an amazing opportunity for him to say what the Lord has done for him.

You may think this does not relate to me, when I am stuck in the house. Think again! I challenge you to take time each day to reflect on the new ways you are challenged and encouraged as you encounter Jesus in this unusual time. Think on how you are experiencing God‘s grace and forgiveness. Think on how your hope is renewed each day. There are people who are fearful and anxious at this difficult time. Be a source of light, hope and encouragement to them and share how knowing Jesus helps and sustains you.

In John 9:5 Jesus said, «As long as I am in the world, I am the light of the world.» Jesus is saying the same of us now, we are His light of the world. Take the changes, challenges and the growth as an opportunity to share the good work Jesus is doing in you, take it to encourage, support and build others up in this challenging time, even if only by technology.

Raphael Ammann
Grafik und Design für die VBG

Mittwoch 1. April: Johannes 10

Bleib zuhause! Wasche deine Hände! Mundschutz bringt sowieso nichts! Deine Freunde darfst du nicht mehr treffen!

Viele Stimmen bombardieren uns momentan im Sekundentakt. Wo soll ich da noch hinhören? Wie unterscheide ich fundierte Information von hysterischem Schreien nach Aufmerksamkeit? Intuitiv höre ich auf mir persönlich bekannte Stimmen. Vertrauen schenke ich Experten. Einzeiler-Weisheiten auf zufällig platzierten Kitsch-Bildern können mir gestohlen bleiben.

Wenn Jesus sagt, er sei der gute Hirte, ist dies eine radikale Aussage. Radikal deshalb, weil er behauptet, seine Schafe erkennen seine Stimme. Weil er behauptet, all seine Schafe persönlich beim Namen zu kennen und weil er die Stimme ist, die selbstlos jedem einzelnen Schaf nachgeht.

Jesus ist der Experte sowohl dieser Schöpfung, wie auch von mir ganz persönlich. Er ist wahrer Freund, der mich zum Dialog einlädt. Und er ist selbstlos. Er hat alles für mich gegeben. Das ist die Stimme, auf die ich im Sekundentakt hören möchte.

Joel Bänziger
Regionalleiter der VBG in Zürich

Donnerstag 2. April: Johannes 11

Wie im Wilden Westen. WANTED, dead or alive: JESUS!

Alle wollen Jesus, nur mit unterschiedlichen Absichten. Die einen wollen ihn hören und sehen als Lehrer und Wundertäter. Die anderen wollen ihn töten. Einige glauben an ihn. Das ganze liest sich fast wie ein Krimi. Es geht um Leben und Tod. Allerdings gewissermassen umgekehrt. Lazarus wird vom Tod zum Leben auferweckt. Die Ereignisse um Lazarus sind eine direkte Vorschau zu den Ereignissen von Karfreitag und Ostern.

«Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt» (aus Vers 25). Glaubst du das? Wirklich zeigen wird sich das besonders dort, wo es um Leben und Tod geht. Jesus lässt uns nicht vage hoffen. Wir dürfen uns daran festhalten, dass die Auferstehung Realität war, ist und sein wird. Auch wir können auf die Frage von Jesus «Glaubst du das?» mit «Ja, Herr!» antworten (aus den Versen 26 & 27).

Welche Absicht steckt bei dir hinter dem «WANTED: JESUS»?

Andrea Signer-Plüss
Verantwortliche Kursangebot der VBG

Freitag 3. April: Johannes 12

Betanien ist ein Tatort: Dort hatte eine tödliche Krankheit Lazarus hinweggerafft. Betanien ist auch ein Tat-Ort: Dort hatte Jesus seinen Freund aus dem Grab und zurück ins Leben gerufen. Betanien bleibt ein Tat-Ort: Nun ist es Maria, die einmal mehr tut, was ihr notwendig erscheint. Bewegt durch grenzenlose Dankbarkeit salbt sie Jesus, der ihr den verloren geglaubten Bruder zurückgebracht und ihr eigenes Leben mit Sinn und Würde erfüllt hat. Während Schaulustige den auferweckten Lazarus sehen wollen, erfüllt der Duft von Marias Hingabe das ganze Haus und zeugt davon, welcher Person tatsächlich die Ehre gebührt: Jesus – Herr über Leben und Tod…

In unseren Dörfern und Städten herrscht seit einigen Tagen auch so etwas wie Grabesstille. Geschlossene Läden, leere Gassen, isolierte Menschen – im Versuch, Leben zu schützen, kommt das Leben (scheinbar) zum Stillstand. Lasst uns gerade jetzt «das gute Teil wählen», bei Jesus zur Ruhe kommen und im Angesicht der Not mit ihm beten: «Vater, verherrliche deinen Namen!»

Bensch Sager
Regionalleiter der VBG für Fachhochschulen

Samstag 4. April: Johannes 13

Häufig wird der Bibel eine bodenlose Humorlosigkeit vorgeworfen. Diesen Vorwurf finde ich nicht gerechtfertigt. Die Wasch-Übertreibung von Petrus wirkt urkomisch. Fast wie aus dem Programm von Divertimento! «Wenn das so ist, Meister», antwortete Petrus, «dann wasche nicht nur meine Füsse – wasch auch meine Hände und meinen Kopf!» (Johannes 13,9)

Was lustig anmutet, ist aber auch voller Ernst. Jesus muss uns waschen, wenn wir zu ihm gehören sollen. Wir brauchen regelmässige «geistliche Waschungen», damit wir nicht stinkige Füsse bekommen. Ich möchte dich ermutigen, mit Jesus ins Gespräch zu kommen, in welchen Bereichen deiner Persönlichkeit eine Waschung dran wäre.

Doris Liechti
Stv. Leiterin der VBG

Sonntag 5. April: Johannes 14

«Was ich euch zurücklasse ist Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst euch durch nichts in eurem Glauben erschüttern und lasst euch nicht entmutigen!» Oder je nach Übersetzung, am Schluss des Verses: «… euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht» bzw. «Erschreckt nicht, habt keine Angst!» Und diesen Vers spricht uns Jesus zu, vor seinem Weggang.

Jesus weiss, wovon er spricht, wenn er uns zuruft: «Meinen Frieden lasse ich euch. Habt keine Angst!» Er selber kennt die Angst. Im Garten Gethsemane betet er, «meine Seele ist betrübt bis in den Tod.»

Es ist wohl nicht von ungefähr, dass in der Bibel die Aussage «Fürchtet euch nicht!» mindestens 350 mal vorkommt – als wäre für jeden Tag ein «Fürchte dich nicht!», das ich mir von Jesus zusprechen lassen darf. Ich darf zu meiner Angst stehen, sie aussprechen. Jesus nimmt sie auf und spricht mir seinen Frieden zu.

Und das gilt auch ganz besonderes in den Unsicherheiten dieser Tage: «Ich bin da. Ich bin mit dir. Fürchte dich nicht!»

Nicole Lüdi
Grafik und Design für die VBG

Montag 6. April: Johannes 15

«Wer in mir bleibt, und ich ihn ihm, der wird viel Frucht bringen.»

Bleiben. Das ist nicht krampfhaftes Bemühen und auch nicht grosser Aktivismus, um entstandene Freiräume mit möglichst vielen sinnvollen Inhalten zu füllen. Sondern bleiben. Manchmal vielleicht auch etwas in der Schwebe, unsicher oder überfordert.

Bleiben in Gott, gerade wenn momentan so viel mehr Zeit vorhanden ist. Zum Beispiel mit festen Zeiten mit Gott, die einen geregelten Ablauf geben. Ruhen bei ihm, auch bei totaler Überlastung mit Homeschooling, Homeoffice und Familienalltag. Dann vielleicht einen Nachtspaziergang machen.

In ihm bleiben, gerade wer mit Existenzängsten zu kämpfen hat. Beten eines Psalms oder eines schon bestehenden Gebets, wenn man selbst nicht viele Worte hat.

Und diese Verbundenheit bringt Frucht hervor. Wieder ohne Aktivismus, denn Gott schenkt das Gelingen und wird darin verherrlicht. Er, der uns in Jesus seine Liebe zuspricht! «Denn nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.»

 

 

 

 

 

 

 

 

(Lettering von Christa Reusser zum Gebet «Wach sein». In: «Fächer des Lebens – Gebete» von Elisabeth Bürki-Huggler, Berchtold Haller Verlag.)

Jonas Bärtschi
Leiter Kommunikation der VBG

Dienstag 7. April: Johannes 16

«Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach», sagt der Volksmund – und meint: Es ist besser, sich mit dem zu begnügen, was man hat. Dass es auch andersrum geht, zeigt der heutige Text. Manchmal muss man den Spatz freilassen, damit die Taube zu einem kommen kann. «Wenn ich nicht weggehe», sagt Jesus, «wird der Fürsprecher nicht zu euch kommen.» Wo gibt es in deinem Leben Dinge, die du loslassen solltest, damit du die Hände wieder offen hast für das Gute, dass Gott dir schenken möchte?

Das Leben mit Jesus ist geprägt von einer grundlegenden, hoffnungsvollen Zuversicht: Es ist gut, und es kommt noch besser! Das gilt gerade in schwierigen Zeiten, wie das Bild der Geburt deutlich macht (Vers 21). Schmerzen und Leid gehören zum Leben, aber sie haben nicht das letzte Wort. Wir dürfen darauf hoffen, dass es uns einmal ergeht wie der Auster: Dass gerade dort, wo eine Verletzung stattfand, das kratzende Sandkorn in eine glänzende Perle verwandelt wird.

Esther Gerber
Regionalleiterin der VBG für Bern und Basel

Mittwoch 8. April: Johannes 17

Stimmt es, dass Schutzmasken für alle nichts bringen? Weiss jemand, wie hoch die Dunkelziffer ist? Ist den Zahlen aus China zu trauen, sind sie wahr?

Niemand scheint die Wahrheit über das neue Corona-Virus genau zu kennen. Wissenschaftler, Ärzte, BAG-Angestellte, Journalisten – sie alle forschen, fragen nach, tauschen sich aus, um jeden Tag ein Stückchen Wahrheit mehr herauszufinden, und um uns dadurch besser schützen zu können.

In seinem Gebet sagt Jesus, wo Wahrheit zu finden ist (Vers 17): «Dein Wort ist Wahrheit.» Gottes Wort ist Wahrheit. Das heisst mehr, als dass es nicht «Fake-News» oder eine unsichere Prognose ist. Gottes Wort ist zuverlässig und vertrauenswürdig, ja sogar nützlich (2. Timotheus 3,16)!

Auch wenn mir nicht alles auf Anhieb eindeutig verständlich ist und ich wohl nie die «ganze Wahrheit» verstehen werde: Ich finde, es lohnt sich, der Wahrheit der Bibel mehr und mehr auf die Spur zu kommen, mich auf sie einzulassen und nach und nach zu lernen, mein Handeln auf dieser Wahrheit aufzubauen!

Stephan Huber
Leiter des Bereichs Schule der VBG und Regionalleiter Zentralschweiz

Donnerstag 9. April: Johannes 18

Ich freue mich, wenn Menschen Fragen stellen. Gerne belohne ich Fragen mit einem Schoggistängeli. So habe ich jeweils Schoggistängeli im Gepäck, wenn ich meine VBG-Gruppen besuche.

Pilatus hätte für seine Frage auch ein Schoggistängeli verdient: «Was ist Wahrheit?» Pilatus hat gehört, dass in den Ausführungen Jesu «Wahrheit» ein Schlüsselbegriff ist. Leider ist danach der Dialog abrupt zu Ende. Wollte Jesus nicht mehr antworten? Oder wollte Pilatus die Antwort gar nicht hören?

Ich merke, dass es verschiedene Haltungen gibt, wie ich Fragen stelle: Gott-los, provokativ, legitimierend. Ich möchte vertrauend und hoffnungsvoll fragen. Grad besonders in diesen Tagen. Und du?

P.S. Ein unscheinbarer Vers1 läutet das heutige Kapitel ein. Im Lichte von 1. Könige 2,372 kündigt dieser Vers an, was dann folgen wird.

Christoph Egeler
Leiter der VBG

Karfreitag 10. April: Johannes 19

Das Kreuz bedeutet Leiden, Schmach, Schande und Tod. Seit der Menschwerdung Gottes und seinem Tod am Kreuz wissen wir: Gott selbst hat das alles auf sich genommen, für uns, an unserer Stelle, und so den Weg zu ihm freigemacht.

Leiden, Schmach, Schande und Tod: Gott kennt das alles aus eigener Erfahrung, ist uns darin nahe; aber auch: hat das alles überwunden. Gott ist nicht auf Seite derer, die anderen Leid zufügen oder unterdrücken, sondern derer, denen Leid zugefügt wird oder die unterdrückt werden. Ein Gott, der leidet; für uns; mit uns.

So vielschichtig kann das Kreuz verstanden werden. Es bleibt dennoch ein Geheimnis, eine Wirklichkeit, die nur über die eigene Erfahrung zugänglich ist. Das Kreuz zeigt, wie schlimm es um uns steht, wie sehr wir Gnade brauchen, gleichzeitig, wie sehr Gott uns liebt, wie weit er geht in seiner Gnade. Das ist im guten Sinne demütigend, aber auch beglückend und befreiend. Lassen wir diese Botschaft, die mehr ist als eine Botschaft, ganz nah an uns ran! Lassen wir uns davon prägen, verändern und (tiefer) in die Nachfolge führen!

Johanna Mahler-Gündel
Ressort Apologetik der VBG

Samstag 11. April: Johannes 20

Die Begegnung zwischen Thomas und Jesus berührt und ermutigt mich immer wieder neu. Ich kenne die Zweifel von Thomas und wünsche mir wie er, nicht nur aufgrund von «Hörensagen» glauben zu müssen. Ich will die Dinge selbst überprüfen.

Die Erzählung zeigt mir, dass Jesus uns in unseren Zweifeln mit Verständnis und Gnade begegnet. Jesus verlangt auch nicht, dass wir ihm grundlos und blind vertrauen. Ich kann Jesus zwar nicht wie Thomas anfassen, um mich so von seiner Auferstehung zu überzeugen. Stattdessen hat mir die Geschichtsforschung gute Gründe dafür geliefert, den Tod und die Auferstehung von Jesus als historische Tatsache zu begreifen. Durch diese historische Faktenlage und durch persönliche Erfahrungen in meinem Leben hat sich Jesus mir gegenüber immer wieder als vertrauenswürdig erwiesen. Daran kann ich mich festhalten, auch wenn schwierige Fragen und Zweifel meinen Glauben herausfordern.

Ruth Maria Michel
Ressort Spiritualität und geistliche Begleitung der VBG

Ostersonntag 12. April: Johannes 21

Zweimal fragt Jesus Petrus: «Liebst Du mich?» – mit selbstloser, göttlicher Agape-Liebe? Beide Male antwortet Petrus: «Ich habe Dich lieb» – mit menschlich-freundschaftlicher Philia-Liebe. Beim dritten Mal fragt Jesus: «Hast Du mich lieb?» – mit menschlich-freundschaftlicher Philia-Liebe?

Jesus, der «herunter-gekommene» Gott, kommt auf die Antwort-Möglichkeit des Petrus «herunter». Die ins Innerste dringende Annahme dieser Fragen – «da wurde Petrus traurig» – ermöglicht die Antwort: «Du weisst alles; Du siehst, dass ich Dich mit meinen (begrenzten) Kräften liebhabe.»

«Folge Du mir nach.» Was bedeutet dies praktisch in diesen Corona-Zeiten? Letztlich geht es um die Liebe: «Tut das, was in euch am meisten Liebe weckt», sagt Theresa von Avila (1515-1582). Ich rede mit Jesus über meine (Un-)Möglichkeiten und meinen (oft banalen) Alltags-Auftrag (für Petrus: «weide meine Lämmer) und danke ihm, dass seine Liebe in meinem Herzen «ausgegossen ist durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist» (Römer 5,5).

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«Wir schweigen am frühen Morgen des Tages, weil Gott das erste Wort haben soll und wir schweigen vor dem Schlafengehen, weil Gott auch das letzte Wort gehört.» So schreibt es Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch «Gemeinsames Leben». Diese Tagesstruktur wollen wir in den 21 Tagen bis Ostern einüben. Sie soll uns helfen, in der aktuellen, aussergewöhnlichen Situation Gott zu suchen. Denn Wüstenzeiten sind immer auch eine Chance, sich auf das Wesentlich zu besinnen.