VBG: Eine Bewegung, die bewegt! Veränderungen im Vorstand

Nach 8 Jahren Präsidium, bzw. 16 Jahren Vizepräsidium, legen Dr. Martin Hess und Dr. Simone Wyss ihre Aufgaben in jüngere Hände. Vier Fragen als Rück- und Ausblick. 
Ihr habt die VBG im Vorstand viele Jahre begleitet. Was war und ist aus eurer Sicht die grösste Herausforderung der VBG als christliche Bewegung?
Martin: Für mich fasst das VBG-Leitbild gut zusammen, wofür die VBG als Bewegung steht: „Wir bringen Glauben, Denken und Alltag zusammen. Menschen mit höherer Bildung entwickeln einen tragfähigen christlichen Glauben und tragen dazu bei, ihr persönliches und gesellschaftliches Umfeld zu gestalten“. Die grösste Herausforderung ist, dass die VBG eine Bewegung bleibt, die bewegt. Dass sie ihre begrenzten Kräfte - damit meine ich Engagement, Zeit und Geld – hartnäckig auf den Kernauftrag fokussiert hält. Nur so kann sie relevant bleiben. Es braucht Gottes Hilfe, um die Balance zu halten: einerseits eine Bewegung mit viel Handlungsspielraum für hochmotivierte Mitarbeitende und die VBG Familie zu bleiben – und andererseits eine Organisation mit klarem Profil und gezieltem Einsatz der anvertrauten Mittel. Simone: Für mich liegt eine Herausforderung darin, in einer Gesellschaft, die sich in verschiedener Hinsicht polarisiert – auch in der „christlichen Szene“ – ein Ort zu bleiben, wo Menschen sich mit dem Glauben auseinandersetzen, wo Glaube sich vertiefen, aber auch verändern darf, wo verschiedene Meinungen ausgehalten werden, wo immer wieder Grosszügigkeit gelebt wird und wo Menschen Hoffnung finden. 
Gibt es ein Ereignis, das Euch aus Eurer Vorstandszeit besonders in Erinnerung bleibt?
Simone: In meine Vorstandszeit sind viele Wechsel in der Werkleitung gefallen, ein grosser Umbau von Moscia, die Corona-Zeit und der Umzug vom Zeltweg an die Freiestrasse. Was mich berührt, ist dass sich das „ora et labora“ wie ein roter Faden durchzieht. Solide Arbeit, auch in finanziellen und strukturellen Fragen, darum bemühen wir uns im Vorstand. Aber prägend waren all die gnädigen Entwicklungen, die wir nicht selbst erarbeitet haben. Zum Beispiel das neue VBG-Haus an der Freiestrasse: Wir hätten es nicht gewagt, uns so zentrale und schöne Räume zu wünschen. Oder zurzeit das Wachstum in den VBG Gruppen an den Gymnasien. Ein Geschenk sind auch die fähigen und motivierten angestellten Mitarbeitenden (AMA), die sich immer wieder entscheiden, in der VBG mitzuarbeiten. 
Was wünscht Ihr der VBG für die Zukunft?
Martin: Das geht nicht in einem Satz! Ich wünsche ihr tolle, inspirierende Mitarbeitende, Ehrenamtliche, die -am Leitbild orientiert - Menschen auf das Evangelium hinweisen. Tief Glauben, weit Denken. Und ich wünsche der VBG eine theologische Breite, die sich an den sechs spirituellen Traditionen orientiert sowie immer wieder Menschen, welche sich mit Zeit, Gebet und Spenden in den Auftrag der VBG investieren und die passende Formen und Formate finden, um Menschen für das Evangelium von Jesus Christus zu begeistern.
Und was macht ihr nun mit all der freiwerdenden Zeit, wenn die Vorstandsarbeit wegfällt?
Simone: Familie und Beruf werden diese Lücken rasch füllen – und ich freue mich, wenn etwas Reserve bleibt für Neues. Martin: Ich möchte mich vor allem einsetzen für einzelne Mensch. Ehepartnerin, wachsende Grossfamilie, Freunde. Speziell will ich mich investieren als Mentor für Studierende kurz vor Abschluss, junge Führungskräfte, Unternehmer und Menschen in biografischen Übergängen. Natur und Berge erwandern https://www.martin-hess-mentoring.ch ; https://www.eagletrails.ch
Die Fragen stellte Mimi Grauli